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Waldspielgruppe und Waldtage: was Kinder draussen lernen

Warum Wald das beste Programm ist, das keines braucht, was dein Kind anziehen soll, wie ihr mit Zecken, Feuer und Werkzeug umgeht und woran du ein gutes Waldangebot erkennst.

Aktualisiert am 12. September 2026

Waldspielgruppen, Waldtage und Waldcamps gehören zu den Angeboten, die Eltern zuerst skeptisch und dann begeistert sehen. Draussen bei jedem Wetter, ohne Spielzeug, mit Feuer und Sackmesser: Das klingt nach Risiko. In der Praxis sind es die Kinder, die nach dem Waldtag am ruhigsten schlafen und am meisten erzählen. Hier steht, was dein Kind dort lernt und was du beitragen musst.

Was der Wald lehrt

Im Wald gibt es keine vorgefertigten Spielsachen, darum erfinden Kinder ihre eigenen: Ein Ast ist ein Pferd, eine Wurzel ein Haus, ein Tannzapfen ein Geschäft. Sie klettern, balancieren, tragen, graben, und zwar so lange, wie sie wollen, nicht bis der Timer klingelt. Sie lernen, dass Regen nass macht und man trotzdem draussen bleiben kann, dass ein Feuer Geduld braucht und dass eine Gruppe zusammenbleibt. Kinder, die sich in Innenräumen schwer konzentrieren, sind im Wald oft andere Kinder. Die Angebote findest du unter Waldkinder.

Kleidung entscheidet über den Tag

Es gibt kein schlechtes Wetter, aber es gibt falsche Kleidung, und die macht den Tag für ein Kind zur Qual. Die Regel ist Zwiebel: eine Schicht am Körper, eine warme Schicht, aussen Regenhose und Regenjacke, auch im Sommer. Feste Schuhe, die nass werden dürfen, im Winter gefütterte Stiefel. Ersatzkleider im Rucksack, immer. Handschuhe im Winter doppelt, weil das erste Paar in einer Stunde nass ist. Die Waldspielgruppe sagt dir genau, was sie erwartet; halte dich daran, auch wenn es zu viel scheint. Wer friert, spielt nicht.

Zecken, Feuer, Werkzeug

Zecken gibt es überall, wo es Gras und Gebüsch gibt. Lange Hosen in die Socken, helle Kleidung, und nach jedem Waldtag den ganzen Körper absuchen, besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln und den Haaransatz. Frag die Leitung, wie sie mit Zecken umgeht und ob sie die Eltern informiert, wenn sie eine entfernt. Beim Feuer und beim Werkzeug zählt die Regel des Angebots: Wer darf das Sackmesser benutzen, ab welchem Alter, mit welchen Regeln. Gute Waldspielgruppen führen Kinder Schritt für Schritt an Feuer und Messer heran, und die Kinder halten sich erstaunlich genau an diese Regeln, weil sie sie ernst nehmen dürfen.

Woran du ein gutes Angebot erkennst

Die Leitung hat eine Ausbildung als Waldspielgruppenleiterin, Naturpädagogin oder eine pädagogische Grundausbildung und einen aktuellen Nothelferkurs. Die Gruppe ist klein, im Wald selten mehr als zwölf Kinder auf zwei Erwachsene. Es gibt einen festen Platz mit Unterstand oder Zelt, eine Regel für Notfälle und eine Telefonnummer, die während des Waldtags erreichbar ist. Und die Leitung erklärt dir, was sie bei Sturm oder Gewitter tut: Dann bleibt niemand im Wald.

Wald in den Ferien

Neben den Spielgruppen für die Kleinsten gibt es Waldcamps für Schulkinder: eine Woche mit Hüttenbau, Feuerküche, Schnitzen und Spurenlesen, oft als Tagescamp, manchmal mit Übernachtung im Zelt. Für Kinder, die viel Bewegung brauchen und wenig Programm mögen, ist das oft die beste Ferienwoche. Was ins Gepäck gehört, steht in der Packliste fürs Lager, und Camps in den Ferien deines Kantons findest du unter Ferienbetreuung.

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