Allergien und Medikamente im Camp: was die Anbieterin wissen muss
Welche Angaben du bei der Anmeldung machst, wie du Medikamente mitgibst, was ein Notfallblatt enthält und was du von der Anbieterin erwarten darfst.
Aktualisiert am 12. September 2026
Ein Kind mit einer Allergie, einer chronischen Krankheit oder einem Medikament kann in fast jedes Camp. Die Voraussetzung ist, dass die Leitenden Bescheid wissen, bevor der erste Tag beginnt, und dass sie im Ernstfall wissen, was zu tun ist. Dafür bist du zuständig, und es ist weniger Aufwand, als es klingt.
Bei der Anmeldung
Die meisten Anmeldeformulare haben ein Feld für Gesundheit und Besonderheiten. Füll es aus, auch wenn dir die Sache klein vorkommt. Nenne die Allergie oder die Krankheit beim Namen, sag, wie sie sich zeigt, und was dann zu tun ist. Ein Satz wie «Nussallergie, Reaktion mit Ausschlag und Atemnot, Notfallset im Rucksack, bitte kein Nussgebäck» sagt der Leitung alles, was sie braucht. Schreib auch dazu, ob dein Kind selbst weiss, was es nicht essen darf. Das ändert, wie die Leitenden aufpassen.
Wenn das Formular kein solches Feld hat, schreib der Anbieterin eine kurze Mail. Was auf einer guten Ausschreibung stehen sollte, steht für Anbieterinnen im Ratgeber Sicherheitsangaben. Nutze das als Checkliste für deine Fragen.
Medikamente mitgeben
Gib Medikamente in der Originalverpackung mit, beschriftet mit dem Namen des Kindes, der Dosis und der Uhrzeit. Leg einen Zettel dazu, der genau das nochmals sagt. Bei einem Lager mit Übernachtung gibst du die Medikamente der Leitung, nicht ins Kindergepäck. Bei einem Tagescamp reicht oft der Rucksack, wenn dein Kind die Einnahme selbst gewohnt ist. Frag vorher, wie die Anbieterin es handhabt. Manche Leitende dürfen nur an das Kind erinnern, nicht selbst verabreichen. Das ist keine Ausrede, sondern eine Regel, an die sie sich halten.
Notfallmedikamente wie ein Adrenalin-Pen oder ein Asthmaspray müssen immer beim Kind sein, auch auf dem Ausflug und beim Baden. Zeig der Leitung, wie das Gerät funktioniert, oder gib eine Anleitung mit. Frag, ob jemand im Team schon einmal damit umgegangen ist.
Das Notfallblatt
Für Lager lohnt sich ein Blatt mit allen Angaben auf einer Seite: Name des Kindes, deine Nummer und eine zweite Nummer, Kinderärztin, Krankenkasse, Allergien, Medikamente mit Dosis, was im Notfall zu tun ist. Gib es der Leitung am ersten Tag. Viele Anbieterinnen haben ein eigenes Formular dafür, dann füllst du dieses aus.
Was du erwarten darfst
Eine gute Anbieterin liest deine Angaben, fragt nach, wenn etwas unklar ist, und sagt dir, wer im Team zuständig ist. Sie plant Essen so, dass dein Kind nicht am Rand sitzt. Sie sagt dir ehrlich, wenn sie eine Situation nicht abdecken kann, zum Beispiel eine Sondenernährung oder eine Betreuung, die eine Fachperson braucht. Das ist dann keine Absage an dein Kind, sondern Verantwortung. Frag dann nach Angeboten, die dafür ausgerüstet sind, zum Beispiel über die Ferienpassorganisation deiner Gemeinde. Was ein Ferienpass ist, steht im Ratgeber Ferienpass erklärt.
Kein Grund zum Verzicht
Kinder mit Allergien oder Krankheiten profitieren genau wie alle anderen von einer Woche Bewegung, Freundschaft und Selbständigkeit. Sie lernen dabei auch, für sich selbst zu sorgen. Das ist mehr wert als jede Vorsicht, die zu Hause bleibt. Die Camps in den Ferien deines Kantons findest du unter Ferienbetreuung.