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Heimweh im Lager: vorbeugen, aushalten, begleiten

Warum Heimweh normal ist, was ihr vor dem Lager tun könnt, wie Leitende damit umgehen und wann ein Anruf hilft oder schadet.

Aktualisiert am 12. September 2026

Fast jedes Kind hat im ersten Lager einen Moment, in dem es nach Hause will. Meistens abends, wenn das Programm vorbei ist und es im Schlafsack still wird. Das ist kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Es zeigt, dass dein Kind eine sichere Bindung zu euch hat und diese gerade vermisst. Die Frage ist nicht, wie ihr Heimweh verhindert, sondern wie ihr es gemeinsam aushaltet.

Vor dem Lager

Sprecht das Thema offen an, ohne es gross zu machen. Ein Satz wie «Vielleicht vermisst du uns am Abend. Das geht vielen Kindern so und geht meistens vorbei» reicht. Dein Kind weiss dann, dass das Gefühl erlaubt ist und nicht bedeutet, dass es abgeholt werden muss.

Übt vorher Nächte auswärts, bei Grosseltern, bei einer Freundin, im Zelt im Garten. Je mehr Erfahrungen dein Kind mit fremden Betten hat, desto weniger fremd ist die erste Lagernacht.

Packt gemeinsam. Ein kleines Ding von zu Hause im Rucksack hilft: ein Kuscheltier, ein Foto, ein Zettel mit ein paar Worten von dir. Das Kind entscheidet, ob es das zeigen will. Was in den Rucksack gehört, steht in der Packliste fürs Lager.

Was Leitende tun

Erfahrene Leitende kennen Heimweh und haben Routinen dafür: ein Ritual vor dem Schlafen, eine Aufgabe für das Kind, ein Gespräch abseits der Gruppe. Sie holen die Eltern erst ins Spiel, wenn das Kind über längere Zeit nicht isst, nicht schläft oder sich zurückzieht. Frag bei der Anmeldung ruhig, wie die Anbieterin mit Heimweh umgeht. Eine gute Antwort ist konkret und gelassen. Die Camps mit Übernachtung auf feriolo.ch findest du unter Ferien ohne Eltern.

Anrufen oder nicht?

Viele Lager haben feste Regeln zu Telefonen, und diese Regeln haben einen Grund. Ein Anruf am zweiten Abend reisst das Kind oft aus einer Stimmung, in der es gerade angekommen war. Es hört deine Stimme, und das Heimweh kommt mit voller Kraft zurück. Wenn das Lager Anrufe nicht vorsieht, halte dich daran. Wenn du dringend etwas wissen willst, ruf die Leitung an, nicht dein Kind.

Briefe oder Karten sind anders. Sie kommen zu einem Zeitpunkt, den das Kind selbst wählt, und es kann sie mehrmals lesen. Wenn das Lager eine Adresse angibt, schreib am ersten Tag eine Karte, damit sie rechtzeitig ankommt. Schreib von zu Hause, aber nicht davon, wie sehr ihr es vermisst. Besser: was der Hund heute gemacht hat und dass ihr gespannt seid auf seine Geschichten.

Wenn die Leitung anruft

Wenn dich die Lagerleitung anruft, hör erst zu. Meistens will sie dich informieren, nicht bitten, das Kind abzuholen. Fragt sie dich um Rat, sag, was zu Hause hilft: ein bestimmtes Lied, ein Ritual, ein Satz. Abholen ist die letzte Möglichkeit, und sie ist manchmal richtig. Ein Kind, das tagelang unglücklich ist, lernt nichts über Selbständigkeit, sondern nur, dass es nicht gehört wurde.

Nach dem Lager

Wenn dein Kind erzählt, dass es Heimweh hatte, hör zu, ohne es kleinzureden und ohne es gross zu machen. Frag, was geholfen hat. Das ist die Antwort, die ihr beim nächsten Mal braucht. Und fast immer kommt beim Erzählen auch der Rest: das Feuer, der Nachtgang, das Lied, die neue Freundin. Das ist es, was bleibt.

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