Reiten für Kinder: Einstieg, Kosten und Sicherheit
Ab wann Reitstunden sinnvoll sind, was Ponyclub, Reitstunde und Reitlager unterscheidet, was es kostet und welche Sicherheitsfragen du dem Stall stellen solltest.
Aktualisiert am 12. September 2026
Kaum ein Wunsch wird so beharrlich vorgetragen wie der nach Reitstunden. Und kaum ein Hobby bringt Eltern so viele Fragen: Ist es zu früh, ist es zu teuer, ist es gefährlich? Hier sind die Antworten, die dir beim Einstieg helfen, und die Fragen, die du dem Stall stellen solltest.
Ab wann
Auf ein Pony setzen kann man ein Kind früh, ein Reitkurs im eigentlichen Sinn beginnt meist ab sechs bis acht Jahren, wenn das Kind das Gleichgewicht halten, Anweisungen umsetzen und beim Putzen mithelfen kann. Für Jüngere gibt es Ponyclubs oder Pony-Erlebnisnachmittage: Dort geht es um Striegeln, Führen, Füttern und ein paar Runden im Schritt. Das ist der richtige Anfang, weil das Kind das Tier kennenlernt, bevor es reitet. Alle Angebote findest du unter Reiten.
Reitstunde, Ponyclub, Reitlager
Die Reitstunde ist der Wochenkurs: eine Gruppe von vier bis sechs Kindern, eine Reitlehrerin, Putzen vorher, Reiten, Versorgen nachher. Der Ponyclub ist der Nachmittag rund ums Pferd mit weniger Reiten und mehr Stallarbeit, oft günstiger und für den Einstieg ideal. Das Reitlager ist die Ferienwoche mit täglichem Reiten, Theorie und Stalldienst, mit oder ohne Übernachtung. Wenn dein Kind noch nie geritten ist, beginnt es besser im Ponyclub als im Lager; im Lager sind viele Kinder, die schon reiten können. Lager mit Übernachtung stehen unter Ferien ohne Eltern.
Was es kostet
Reiten ist teurer als die meisten Sportarten, weil ein Pferd Zeit, Futter und Platz braucht. Eine Gruppenstunde kostet in der Regel spürbar mehr als eine Turnstunde, ein Reitlager mehr als ein Sportcamp. Dazu kommen Helm und feste Schuhe; Reithosen und Handschuhe kann man später kaufen. Frag, ob der Stall Helme ausleiht, und kauf keinen gebrauchten Helm mit unbekannter Vergangenheit: Nach einem Sturz ist ein Helm zu ersetzen, auch wenn man nichts sieht. Was ein Camp im Vergleich kostet, steht im Ratgeber Was kostet ein Camp?.
Die Sicherheitsfragen
Frag den Stall, wie viele Kinder pro Reitlehrerin in der Stunde sind und ob beim Reiten immer jemand im Viereck oder in der Halle steht. Frag, ob die Ponys an Kinder gewöhnt sind und wie der Stall Ponys auswählt, die zu Anfängerinnen passen. Frag nach der Ausbildung der Leitung und nach dem Ablauf, wenn ein Kind stürzt. Ein guter Stall beantwortet das gern und ohne Umschweife. Helm ist Pflicht, immer, auch beim Führen. Weitere Punkte, die in jede Ausschreibung gehören, stehen im Ratgeber Sicherheitsangaben.
Angst ist erlaubt
Viele Kinder haben nach dem ersten Kontakt mit einem grossen Tier Respekt, manche Angst. Das ist gesund. Eine gute Reitlehrerin nimmt das ernst, lässt das Kind erst führen und putzen und setzt es aufs Pony, wenn es selbst will. Wenn dein Kind nach drei Stunden noch nicht reiten will, ist das kein Grund aufzuhören, sondern ein Grund, den Ponyclub weiterzumachen.
Der Alltag mit dem Hobby
Reiten bindet: eine feste Stunde pro Woche, Wetter egal, und oft der Wunsch, öfter in den Stall zu gehen. Viele Ställe freuen sich über Kinder, die beim Misten und Füttern helfen; das ist die günstigste Art, mehr Zeit mit Pferden zu haben. Sprich früh ab, was der Stall dafür erwartet und was das Kind dafür bekommt.