Subventionen und Steuerabzug für Ferienbetreuung: was es gibt und wo du fragst
Welche Arten von Unterstützung es für die Betreuung in den Schulferien gibt, warum die Regeln je nach Kanton und Gemeinde anders sind und wer dir verbindlich Auskunft gibt.
Aktualisiert am 12. September 2026
Ferienbetreuung kostet, und wer mehrere Wochen im Jahr mit Camps abdeckt, spürt das im Budget. Weniger bekannt ist, dass es an vielen Orten Unterstützung gibt. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Möglichkeiten, ohne Zahlen und ohne Rechtsberatung: Die Regeln sind in der Schweiz kantonal und oft sogar kommunal verschieden, und sie ändern sich. Verbindlich Auskunft gibt deine Gemeinde oder die Steuerverwaltung deines Kantons.
Warum alles kantonal ist
Familienpolitik, Schule und Steuern sind in der Schweiz weitgehend Sache der Kantone, und die Kantone delegieren vieles an die Gemeinden. Darum kann es sein, dass eine Familie in der einen Gemeinde einen Beitrag an das Sommercamp bekommt und die Nachbarsfamilie einen Kilometer weiter nicht. Es lohnt sich also nicht, sich auf Erfahrungen von Bekannten aus einem anderen Kanton zu verlassen. Frag dort, wo du wohnst.
Beiträge der Gemeinde oder des Kantons
Viele Gemeinden unterstützen Familien bei den Kosten der familienergänzenden Betreuung. Das betrifft in erster Linie Hort, Tagesschule und Tagesfamilien, in einigen Gemeinden aber auch Ferienangebote, sofern sie als Betreuung anerkannt sind. Typische Bedingungen sind ein Wohnsitz in der Gemeinde, ein Einkommen unter einer bestimmten Grenze und der Nachweis, dass die Betreuung wegen Arbeit, Ausbildung oder Stellensuche nötig ist. Die Unterstützung kommt manchmal als Beitrag an die Familie, manchmal als vergünstigter Tarif direkt beim Anbieter. Anlaufstelle ist meist die Schulverwaltung, das Sozialamt oder eine Fachstelle für Familienfragen der Gemeinde.
Beiträge des Arbeitgebers
Einige Arbeitgeber beteiligen sich an Betreuungskosten, sei es durch Beiträge, durch eigene Ferienprogramme für Kinder von Mitarbeitenden oder durch Vereinbarungen mit Anbietern. Frag bei der Personalabteilung nach. Auch Personalverbände und Gewerkschaften kennen manchmal Vergünstigungen.
Der Steuerabzug für Kinderbetreuung
Bund und Kantone kennen einen Abzug für Kosten der Drittbetreuung von Kindern. Grundsätzlich geht es um Kosten, die entstehen, weil beide Eltern arbeiten, in Ausbildung sind oder erwerbsunfähig sind, und um Kinder bis zu einem bestimmten Alter. Ob Camps und Ferienprogramme dazuzählen, hängt davon ab, ob sie als Betreuung während der Arbeitszeit gelten oder als Freizeitangebot. Das wird nicht überall gleich beurteilt. Die Höhe des Abzugs ist beim Bund anders als in den Kantonen, und zwischen den Kantonen gibt es grosse Unterschiede. Bewahre alle Rechnungen und Bestätigungen auf und frag im Zweifel bei der Steuerverwaltung nach, welche Belege sie anerkennt. Eine Steuerberatung oder ein Treuhandbüro kann bei komplexen Situationen helfen; dieser Artikel ersetzt sie nicht.
Ermässigungen beim Anbieter selbst
Unabhängig von staatlicher Hilfe kennen viele Anbieter eigene Ermässigungen: für Geschwister, für Familien mit tiefem Einkommen, für Mitglieder eines Vereins oder für Frühbucher. Vereine und kirchliche Organisationen haben oft Fonds, aus denen sie Lagerbeiträge übernehmen, ohne dass es jemand erfährt. Ein Anruf beim Anbieter kostet nichts, und die meisten reagieren verständnisvoll. Der Ferienpass ist ausserdem in vielen Gemeinden die günstigste Variante; wie er funktioniert, liest du im Artikel Ferienpass erklärt.
Stiftungen und Hilfswerke
Für Familien in schwieriger finanzieller Lage gibt es Stiftungen und Hilfswerke, die Beiträge an Lager und Ferien leisten. Dazu gehören kirchliche Sozialdienste, nationale Kinderhilfswerke und regionale Stiftungen. Die Schulsozialarbeit oder das Sozialamt der Gemeinde weiss, welche Stellen in deiner Region in Frage kommen, und hilft beim Gesuch.
So gehst du vor
- Kläre bei der Gemeinde, ob es Beiträge an Ferienbetreuung gibt und welche Bedingungen gelten.
- Frag beim Arbeitgeber nach Beteiligungen.
- Frag beim Anbieter nach Ermässigungen, bevor du dich anmeldest.
- Bewahre Rechnungen auf und kläre mit der Steuerverwaltung, was du abziehen kannst.
- Bei knappem Budget: Ferienpass, Vereine und Jugendverbände zuerst anschauen.
Auf feriolo.ch sind Angebote, die subventioniert sind oder zum Ferienpass gehören, entsprechend markiert. Du findest sie unter Kleines Budget. Die Preise stehen beim Angebot, die Anmeldung läuft direkt beim Anbieter, und dort erfährst du auch, ob es Ermässigungen gibt.