Zum Inhalt springen
feriolo

Kind krank vor dem Camp: Rücktritt, Ersatz und Versicherung

Was passiert, wenn dein Kind kurz vor dem Camp ausfällt, wie Annullationsbedingungen üblicherweise aussehen, wann ein Arztzeugnis hilft und wann sich eine Annullationsversicherung lohnt.

Aktualisiert am 12. September 2026

Das Camp ist gebucht, der Koffer halb gepackt, und am Sonntagabend hat das Kind Fieber. Was jetzt gilt, regeln in erster Linie die Bedingungen des Anbieters. Wer sie vor der Anmeldung liest, erspart sich im Ernstfall Diskussionen. Dieser Ratgeber erklärt, was üblich ist und was du tun kannst. Er ersetzt keine Rechtsberatung.

Was in den Annullationsbedingungen steht

Fast jeder Anbieter regelt den Rücktritt gestaffelt: Bis zu einem bestimmten Datum vor dem Camp ist die Abmeldung gratis oder kostet eine kleine Bearbeitungsgebühr; danach wird ein Teil des Preises fällig, in den letzten Tagen oft der ganze Betrag. Die Fristen sind unterschiedlich, oft einige Wochen, bei Lagern mit gemieteter Unterkunft eher mehr. Achte auf drei Punkte:

  • Die Frist: Ab wann kostet die Abmeldung, und wie viel?
  • Das Arztzeugnis: Viele Anbieter verzichten bei Krankheit oder Unfall mit Zeugnis auf die Gebühr oder senken sie auf einen Unkostenbeitrag.
  • Der Abbruch: Was gilt, wenn das Kind das Camp vorzeitig verlässt, etwa wegen Krankheit oder Heimweh? Eine Rückerstattung ist hier selten; manche Anbieter erstatten die Verpflegung für die verbleibenden Tage.

Auf feriolo.ch gehören diese Angaben zur Beschreibung des Angebots, wenn der Anbieter sie angibt. Fehlen sie, frag nach, bevor du anmeldest.

Was du tun kannst, wenn das Kind ausfällt

Sofort melden. Je früher der Anbieter weiss, dass ein Platz frei wird, desto eher kann er ihn von der Warteliste besetzen, und desto eher zeigt er sich kulant. Ein Anruf am Sonntag ist besser als eine Mail am Montag.

Arztzeugnis besorgen. Auch wenn die Bedingungen es nicht verlangen: Ein Zeugnis vom Kinderarzt ist das Argument, das fast immer zählt.

Ersatz anbieten. Viele Anbieter nehmen ein anderes Kind aus deinem Umfeld, wenn es die Voraussetzungen erfüllt. Damit entfällt die Gebühr meist ganz. Frag, ob das möglich ist.

Umbuchen statt annullieren. Bei Anbietern mit mehreren Durchführungen ist ein Wechsel in die nächste Woche oder die nächsten Ferien oft möglich und günstiger als der Rücktritt.

Wann sich eine Annullationsversicherung lohnt

Für ein Tagescamp zu 250 Franken lohnt sich eine eigene Versicherung kaum. Bei einem Lager mit Übernachtung, bei Sprachaufenthalten oder wenn ihr mehrere Camps im Jahr bucht, kann sie sinnvoll sein. Prüfe zuerst, was du schon hast: Manche Reiseversicherungen und Kreditkarten decken Annullationskosten auch für Lager, manche Anbieter bieten beim Buchen eine Versicherung für wenige Franken an. Lies, was als Grund gilt: Krankheit mit Zeugnis fast immer, Heimweh oder «keine Lust mehr» praktisch nie.

Was der Anbieter absagen darf

Auch der Anbieter kann absagen, etwa bei zu wenig Anmeldungen oder wegen Schnee- und Wettermangel. Seriöse Bedingungen nennen dafür einen Termin und erstatten den vollen Betrag. Bei Abbruch während des Camps, etwa wegen eines Unwetters, ist die Praxis unterschiedlich; frag danach, wenn das Camp im Freien oder in den Bergen stattfindet.

Vorbeugen

Ein Kind, das in der Schulwoche vor dem Camp schon kränkelt, braucht eher Ruhe als ein volles Programm. Plane nach Möglichkeit ein oder zwei freie Tage zwischen Schule und Camp. Was du dem Anbieter über Allergien und Medikamente vorher mitteilen solltest, steht in Allergien und Medikamente, und was bei Heimweh hilft, in Heimweh im Lager.

Weitere Ratgeber