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Programmieren für Kinder: ab wann, womit und wozu

Welches Alter für welche Art von Programmieren passt, was ein Kurs bietet, was eine App nicht kann und woran du ein gutes Angebot erkennst.

Aktualisiert am 12. September 2026

Viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind programmieren lernen sollte, und wenn ja, ab wann. Die kurze Antwort: Es geht nicht darum, aus Kindern Softwareentwickler zu machen. Es geht darum, dass sie verstehen, wie die Geräte funktionieren, mit denen sie täglich zu tun haben, und dass sie erleben, wie aus einer Idee etwas Eigenes entsteht. Das geht früher, als man denkt, und braucht keinen Bildschirm.

Ohne Bildschirm anfangen

Programmieren beginnt mit Denken in Schritten: Was zuerst, was danach, was, wenn etwas schief geht. Das üben Kinder ab dem Kindergartenalter mit Spielen, bei denen sie einer Figur Befehle geben, mit Bodenrobotern, die man mit Pfeiltasten steuert, oder mit Bauanleitungen aus Lego. Solche Kurse heissen oft «Robotik» oder «Lego und Technik», und sie sind der beste Einstieg. Auf feriolo.ch findest du sie unter Robotik und Lego und Technik.

Erste Programme ab der Mittelstufe

Ab etwa acht bis zehn Jahren, wenn Kinder flüssig lesen, kommen Blocksprachen wie Scratch dazu. Dort schieben Kinder Befehle als farbige Bausteine zusammen und sehen sofort, was passiert: Eine Katze läuft, ein Spiel zählt Punkte, eine Geschichte hat Ton. Blocksprachen sind für den Einstieg richtig, weil Kinder sich auf die Logik konzentrieren und keine Tippfehler suchen müssen. Textsprachen wie Python folgen ab etwa zwölf Jahren, wenn das Kind das Blockdenken beherrscht und mehr will.

Was ein Kurs bietet, was eine App nicht kann

Es gibt gute Lern-Apps, und für neugierige Kinder sind sie ein feiner Zusatz. Ein Kurs bietet etwas anderes: eine Person, die eine Frage in dem Moment beantwortet, in dem sie entsteht, eine Gruppe, in der Kinder ihre Projekte zeigen, und ein Ziel am Ende der Woche, zum Beispiel ein eigenes Spiel, das die Eltern am Freitag ausprobieren dürfen. Dieses Zeigen ist für die meisten Kinder der Moment, an dem sie merken, dass sie etwas können. Ferien-Camps mit Programmieren findest du unter Programmieren.

Woran du ein gutes Angebot erkennst

Die Gruppe ist klein, meist unter zehn Kindern pro Leitperson. Die Ausschreibung nennt das Alter als Spanne und die Sprache oder das Werkzeug, mit dem gearbeitet wird. Die Kinder bauen etwas Eigenes, statt Beispiele abzutippen. Und es gibt Pausen mit Bewegung: Ein ganzer Tag am Bildschirm ist für kein Kind gut, und gute Anbieterinnen planen Draussenzeit fest ein. Frag, ob das Kind sein Projekt am Ende mit nach Hause nehmen kann, als Datei oder als Link.

Mädchen und Buben

In vielen Kursen sitzen deutlich mehr Buben. Das liegt nicht am Interesse, sondern daran, wer gefragt wird. Wenn deine Tochter gern bastelt, Geschichten erfindet oder Rätsel löst, ist Programmieren für sie genauso passend. Manche Anbieterinnen führen eigene Gruppen für Mädchen, andere achten auf gemischte Gruppen. Beides ist gut, solange dein Kind sich wohlfühlt.

Wenn das Interesse bleibt

Aus einer Ferienwoche kann ein Semesterkurs werden, aus dem Semesterkurs ein Hobby. Wichtiger als der nächste Kurs ist dann Zeit zum Ausprobieren zu Hause, ein eigenes kleines Projekt und jemand, der sich das Ergebnis anschaut. Wie du mit einem Tief umgehst, wenn die Lust plötzlich nachlässt, steht im Ratgeber Mein Kind will nicht mehr.

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